Wie viele frühere Spiele von Entwickler Supermassive ist The Quarry ganz klar von und für Menschen gemacht, die Horrorfilme lieben. Von Anfang an baut es langsam Spannung und Atmosphäre auf und zieht einen hinein, indem es ständig kleine Entscheidungen verlangt, die das jugendliche Ensemble potenzieller Mordopfer lenken. Als das Blut zu fließen begann, fühlte sich jede Wahl wie ein weiterer Schritt in eine sich zuspitzende Katastrophe an – und das machte es fast unmöglich, aufzuhören. Beim erneuten Durchspielen ließ sich allerdings nicht ignorieren, wie wenig interaktiv große Teile von The Quarry tatsächlich sind. Als geistiger Nachfolger von Until Dawn ist es der bessere Film, aber das schlechtere Spiel.
Man verfolgt die Geschichte von neun Ferienlagerbetreuern, die am Ende des Sommers für eine weitere Nacht im Wald festsitzen und nichts zu tun haben, außer noch eine letzte Party zu feiern, bevor es zurück in den Alltag geht. Etwas lauert am Waldrand (natürlich tut es das) und eure Entscheidungen bestimmen, welche der Betreuer die Nacht überleben – falls überhaupt. Diese Ausgangslage schichtet im Verlauf drei ziemlich lehrbuchhafte Horror-Plots übereinander, doch man merkt, dass Supermassive Games viel Spaß daran hatte, sie miteinander zu verknüpfen. Beim Spielen glaubt man vielleicht, in der einen Art von Horrorfilm zu stecken, befindet sich aber oft in einer anderen.