In den 87 Stunden, die ich brauchte, um Elden Ring durchzuspielen, wurde ich emotional regelrecht durch die Mangel gedreht: Wut, als mich die härtesten Herausforderungen niederstreckten, Hochgefühl, als ich sie endlich überwand, und eine ordentliche Portion Trauer um die Berge an Erfahrungspunkten, die ich unterwegs an einige der härtesten Bosskämpfe verlor, die FromSoftware je ersonnen hat. Vor allem aber war ich fast ununterbrochen voller Ehrfurcht – vor den vielen atemberaubenden Ausblicken, dem schieren Ausmaß einer wahrhaft gewaltigen Welt, den oft schaurigen Gegnern und der Art, wie Elden Ring meine Neugier fast immer belohnte, sei es mit einer interessanten Begegnung, einer wertvollen Belohnung oder etwas noch Größerem. FromSoftware nimmt den Ball auf, den The Legend of Zelda: Breath of the Wild ins Rollen gebracht hat, und läuft damit los: Es erschafft eine faszinierende, dichte offene Welt, in der es vor allem um Freiheit und Erkundung geht, und schafft es irgendwie zugleich, ein vollwertiges Dark Souls nahtlos in ihre Mitte zu weben. Es dürfte niemanden überraschen, dass Elden Ring zu einem der unvergesslichsten Spielerlebnisse wurde, die ich je hatte.
Ab dem ersten Tröten der ikonischen Countdown-Hupe der Reihe gibt es Momente in Gran Turismo 7, in denen es sich fast wie ein Remake des Originals von 1997 anfühlt. Im Handumdrehen bin ich wieder 16, stopfe erdbebenartige Turbolader in einen knallroten Mitsubishi GTO und frage mich, wie ich meinen Vater auf Trial Mountain schlagen soll, wo er doch immer den DualShock bekommt und ich mich mit unserem einzigen anderen Controller begnügen muss – einem furchtbaren, durchscheinend blauen Nachbau ohne Analogsticks. Das ist eine Art Magie, die sich eine Videospielreihe nicht kaufen kann; sie kann sie sich nur verdienen. Gran Turismo 7 hat diese Magie – den suchterzeugenden Kreislauf aus Fahrzeug-Upgrades, den die Reihe etabliert hat, dazu die heiße Optik und das erstklassige Fahrverhalten, die ihn untermauern. Doch Gran Turismo 7 ist weit mehr als die Summe seiner Nostalgie – auch wenn es noch ein paar Traditionen gibt, die es besser im Rückspiegel hätte lassen sollen.
Kirby ist Neuerfindungen gewohnt. Abgesehen von seiner Fähigkeit, sich in alle möglichen Formen und Größen zu verwandeln, experimentieren auch seine Spiele oft mit neuen Schauplätzen und Kniffen – ob man nun in Canvas Curse einen gliederlosen Kirby mit dem DS-Stift rollt, in Planet Robobot Mechs steuert oder in Epic Yarn grundlegend verändert, wie er sich verwandelt. Kirby und das vergessene Land mag auf den ersten Blick wie ein weiterer Eintrag in dieser Liste wirken, diesmal mit dreidimensionalen Levels statt der traditionell zweidimensionalen Struktur. In Wirklichkeit fühlt sich dieser Plattformer aber eher wie der nächste große Schritt für eine klassischere Kirby-Formel an als wie deren Umsturz, und er überträgt gekonnt all das, was ich an Kirby liebe, in eine frische – aber dennoch vertraute – neue Perspektive.